Wolfsburg meldet sich nach zwei schwachen Auftritten im Rennen um die Play-off Plätze zurück. Gegen München zeigten die Grizzlys dabei eine ausgesprochen engagierte Leistung und konnten vor allem durch stark verbesserte Laufarbeit und Zweikampfführung überzeugen. Die Gäste mussten (erneut) mit frisch durcheinander gewürfelten Angriffsreihen antreten, da sich mit Mathis Olimb der nächste Grizzly ins Lazarett verabschiedet hatte. Das schien dem Team von Pat Cortina aber nicht viel auszumachen: Das erste Drittel sah einen leicht überlegenen EHC aus der Volkswagenstadt, der aus seinen Chancen aber vorerst kein Kapital schlagen konnte. Der Mittelabschnitt verlief für die wiederum gut gestarteten Grizzlys zunächst alles andere als glücklich. Gleich zweimal musste Wolfsburgs Möchel wegen reichlich ungeschickter Fouls in die Kühlbox, zweimal waren die Gastgeber durch Parkes (24.) und Bourque (27.) im anschließenden Powerplay erfolgreich. Doch die Grizzlys offenbarten an diesem Abend starke Comeback-Qualitäten, kamen direkt durch Rech (28.) zum schnellen Anschluss und zogen durch Bergmans Hammer (32.) wenig später wieder gleich. Dass Parkes mit seinem zweiten Treffer (37.) die Gäste noch vor der Pause erneut ins Hintertreffen brachte, schien diese wenig zu irritieren. Red Bull erhöhte im Schlussabschnitt zwar zunächst die Schlagzahl, doch die Grizzlys hielten sich geduldig im Rennen, lauerten auf ihre Gelegenheit. Was dann in den letzten sechs Minuten passierte, fasste die Faszination Eishockey in wenigen Szenen zusammen. Zunächst waren es die Gäste, die nach einem sehenswerten Doppelpass von Garrett Festerling mit Spencer Machacek dessen Treffer zum Ausgleich (55.) bejubeln durften. Direkt im anschließenden Anspiel holte sich Marius Möchel per hohem Stock die nächste Strafe ab, die Münchner bedankten sich mit dem dritten Treffer (56.) während seiner dritten Abwesenheit. Es roch nach Murmeltiertag. Doch Wolfsburg strahlte auch jetzt einfach die nötige Entschlossenheit aus, um auch beim Tabellenersten noch einmal zurückzukommen. Ohne Torhüter und mit Extra-Angreifer machten sich die Grizzlys ans Werk - und sollten in der Schlussminute belohnt werden! Fausers Treffer zum absolut verdienten 4:4 setzte bei den Gästen die letzten Energiereserven frei, so dass wütende Münchner weder in der Schlussminute, noch in der Overtime den entscheidenden Treffer landen konnten. Im Penaltyschießen war schließlich Fabio Pfohl als einziger Spieler erfolgreich und sicherte den Grizzlys somit den Sieg und den so wichtigen Extra-Punkt. Nach reihenweise Niederlagen gegen Top-Teams darf dieses Spiel nun gerne als Blaupause für die kommenden Aufgaben dienen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Grizzlys ihre Leistungsschwankungen allmählich in den Griff bekommen...


1:0 Parkes (Jaffray -Voakes) 24.Min PP 5-4
2:0 Bourque (Voakes - Parkes) 27.Min PP 5-4
2:1 Rech (Pfohl - Bergman) 28.Min
2:2 Bergman 32.Min
3:2 Parkes (Bourque - Parlett) 37.Min
3:3 Festerling (Machacek - Button) 55.Min
4:3 Jaffray (Voakes - Abeltshauser) 56.Min PP 5-4
4:4 Fauser (Festerling - Casto) 60.Min PP 5-4 EA
4:5 Pfohl PEN