Die Grizzlys legen am Seilersee ein fast perfektes Auswärtsspiel hin. Gleich zu Beginn fingen die Gastgeber sich die erste kalte Dusche: Wolfsburgs Treffer zum 0:1 fiel nach gerade einmal sieben Sekunden. Olimb hatte die Scheibe zunächst hinter dem Gästegehäuse erkämpft, seinen Pass in den Slot verwertete Machacek eiskalt zur frühen Führung. Das erste Drittel sollte dabei das letzte bleiben, in dem die Roosters so etwas wie eine Chance auf Punkte zu haben schienen. Am Ende des ausgeglichenen Abschnitts jubelten trotzdem wieder die Grizzlys. Einen Iserlohner Fehlpass zurück ins eigene Drittel hatte Rückkehrer Pfohl dankbar aufgenommen und an Torjäger Rech weitergereicht. Der schloss mit einem satten Schuss ins untere Eck (19.) ab und sicherte den Gäste somit die 0:2 Führung zur ersten Pause.
Was dann folgte war aus Roosters Sicht ein alles andere als erbaulicher Spielverlauf. Die Gastgeber generierten in den nächsten 40 Minuten kaum noch Torgefahr und fingen sich nach individuellen Fehlern immer wieder Konter der Gäste, die sich in ihrer Chancenauswertung obendrein gnadenlos effizient zeigten. Dem 0:3 in Überzahl durch Johansson (33.) ließen die Grizzlys zu allem Überfluss auch noch einen Shorthander durch Machacek folgen (39.), der die vorzeitige Entscheidung in dieser einseitigen Partie bringen sollte. Dies bedeutete gleichzeitig das vorzeitige Ende des Arbeitstags von Goalie Peters, der für den Rest der Begegnung durch Backup Jenike ersetzt wurde.
Selbst, als O'Connor zum Auftakt des Schlussabschnitts zum 1:4 verkürzen konnte (42.), wollte sich in dieser Partie keine Spannung mehr einstellen. Zu überlegen hielt Wolfsburg die Gäste unter Kontrolle, zu harmlos blieb alles, was die Roosters jenseits ihres Drittels probierten. Die wenigen Schüsse auf sein Tor wehrte Felix Brückmann sicher ab, den Rest erledigte seine erneut um Bergman und Wurm dezimierte Verteidigung.
Bemerkenswert aus Wolfsburger Sicht: Mit drei neu zusammengestellten Reihen (ohne Fauser, Furchner und Aubin) und vier U23 Spielern im Aufgebot gelang ein mannschaftlich absolut geschlossener, teils sogar harmonisch wirkender Auftritt. Wäre der Gegner nicht so erschreckend schwach gewesen, würden die Hoffnungen auf die endgültige Wende in dieser Saison wohl ungebremst in den Himmel wachsen. Da die Grizzlys gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller bisher immer geliefert haben, wird wohl erst die Zeit nach dem Krefeldspiel über eine Trendwende Auskunft geben können.
Der Abend am Seilersee stimmte nach dem Sieg gegen die Eisbären zumindest sehr positiv. Vor allem die aktuelle Leistungsexplosion einiger Akteure, allen voran Machacek und Johansson, macht nun äußerst neugierig auf die kommenden Spiele der Grizzlys!
 

0:1 Machacek (Olimb - Nijenhuis) 2.Min
0:2 Rech (Pfohl) 19.Min
0:3 Johansson (Casto - Pfohl) 32.Min PP 5-4
0:4 Machacek (Olimb - Jones) 39.Min SH 4-5
1:4 O'Connor (Halmo - Raymond) 42.Min PP 5-4
1:5 Machacek (Olimb) 57.Min