Mit einem krachenden 7:1 Erfolg gestaltete sich die Premiere in der Wolfsburger Eisarena mehr als erfreulich. Einzig die Gäste aus Frankreich dürften nach dieser recht eindeutigen Partie mit  tiefen Sorgenfalten in Richtung WM blicken. Die restlichen Beteiligten, egal ob Spieler, Fans oder Offizielle des Heimteams, erlebten ein rauschendes Eishockeyfest inklusive äußerst stimmungsvoller Atmosphäre.
Schon früh gelang den deutschen Eishockeycracks dabei das wichtige 1:0 durch Daniel Pietta (4.), das eine wahre Torlawine lostrat. Die völlig überfordert wirkenden Gäste wussten streckenweise gar nicht, wie ihnen geschah - so schnell und kombinationssicher überrollte das DEB-Team die Franzosen vor über 4400 restlos begeisterten Zuschauern.
Höfflin (8.) und Ebner (9.) machten mit ihrem Doppelschlag aus dem Spiel zunächst eine klare Angelegenheit, Marcel Müller (14.) und Matthias Plachta (19.) sorgten mit Powerplaytreffern für die Vorentscheidung. 
Wer glaubte, dass das deutsche Team im Mitteldrittel einen Gang zurückschalten würde, der sah sich getäuscht. Während die französichen Spieler sich für heftigeren Körpereinsatz teilweise sogar entschuldigten, zogen die Gastgeber ihre Linie weiter durch. Einzig die Effizienz sollte dank einiger Pfosten- und Lattentreffer ein wenig auf der Strecke bleiben. Lediglich Michaelis' Treffer zum 6:0 bot den Heimfans in der 32.Minute noch einmal zählbaren Grund zum Jubeln, doch der engagierte Vortrag ihres Nationalteams hatte die Kulisse längst unvoreingenommen in Feierlaune versetzt. Zwar vermieste Treilles Ehrentreffer (50.) den Gastgebern noch den Shut-out, doch das störte zu diesem Zeitpunkt wohl nur den deutschen Goalie. Als Ebner mit dem 7:1 schließlich den Schlusspunkt unter diese, etwas einseitige, Partie gesetzt hatte (58.), konnte das DEB-Team wenig später die Ovationen des fast vollständig ausharrenden Publikums in Empfang nehmen. Insgesamt kann die Länderspielpremiere in Wolfsburg wohl zurecht als rundum gelungene Veranstaltung bezeichnet werden, die gerne wiederholt werden darf!       

 
1:0 Pietta (Mebus - Mo. Müller) 4.Min
2:0 Höfflin (Mo. Müller - Mebus) 8.Min
3:0 Ebner (Plachta - Zerressen) 9.Min
4:0 Ma. Müller (Ebner - Pietta) 14.Min PP 5-4
5:0 Plachta (Kammerer - Nowak) 19.Min PP 5-4
6:0 Michaelis (Plachta - Nowak) 32.Min PP 5-4
6:1 Treille (Auvitu) 50.Min PP 5-4
7:1 Ebner (Höfflin - Michaelis) 58.Min

Bilder vom Spiel

Das war es nun mit der Saison.
Zur Abschlussfeier in der Eisarena kamen zahlreiche Fans, um sich von ihren Lieblingen zu verabschieden - teils zur Sommerpause, teils auch für immer.
Der bereits "angedrohte" Umbruch im Team wurde nun in Namen und Zahlen gefasst, fiel dann aber doch noch drastischer aus als befürchtet. Den Verein verlassen werden, neben Tyler Haskins (Karriereende), auch noch Mark Voakes, Stephen Dixon, Robbie Bina, Conor Allen, Jimmy Sharrow, Philip Riefers, Tyson Mulock und Fabio Pfohl. Des Weiteren verlässt neben Cheftrainer Pavel Gross auch sein Co Danny Naud die Grizzlys.
Wir wollen uns bei allen für ihre Arbeit für unseren Verein von Herzen bedanken.

Es war ein recht emotionaler Abend. Nachdem man schon mit Robbie Bina einen sehr beliebten Spieler nach vielen Jahren in Orange mit einer schönen Videopräsentation gewürdigt hatte, hatte schon der eine oder andere eine Träne im Knopfloch.
Als jedoch die Verabschiedung von Tyler Haskins anstand und auch für ihn Bilder seines Schaffens zu ergreifender Musik auf der Leinwand zu sehen waren - da liefen doch bei einigen die Tränen.
Wir vom Fanclub haben uns etwas besonderes einfallen lassen und haben Tyler zum Abschied ein Fotobuch geschenkt, in dem seine Karriere vom allerersten Spiel bis zu seiner letzten Saison in Bildern festgehalten wurde. Irgendwann einmal kann er das Buch seinen Enkeln zeigen und ihnen erzählen, wie das damals in Wolfsburg war. Er hat sich offenkundig sehr darüber gefreut.

Aber bei all den traurigen Momenten gab es auch schönes zu vermelden: Perspektivspieler Alex Karachun wird seine Entwicklung bei den Grizzlys fortsetzen dürfen. Auch der "Pechvogel des Jahres" Marcel Ohmann bekam eine neue Chance, sich in Wolfsburg, hoffentlich ohne schwerere Verletzungen, zu beweisen. Beide bekamen einen neuen Einjahresvertrag.

Nun harren wir der Dinge und freuen uns auf die Pressemitteilungen, die unsere Neuzugänge enthüllen. Auch wenn die vielen Abschiede nicht einfach sind, gehen wir davon aus, dass Charly Fliegauf auch für die nächste Saison Spieler unter Vertrag nehmen wird, die sich dem orangenen Trikot als würdig erweisen.

Das Fotocopyright liegt heute bei Christina und Christopher Pape. Danke ihr Zwei

Mit einem Wahnsinnsfight verabschieden sich die Grizzlys aus der laufenden Saison. Ein Mittelstürmer und gerade einmal drei Sturmreihen standen den Gästen bei ihrem dritten Auftritt in der Mercedes-Benz Arena zur Verfügung. Nachdem der erste Druck der Eisbären erfolgreich überstanden war, drehte Wolfsburgs Mini-Kader (ohne Kapitän und fünf weitere Leistungsträger aus dem Sturm) mächtig auf. Gleich im ersten Anlauf konnte das Wolfsburger Powerplay die Führung durch Tyson Mulock bejubeln (11.) znd war bis Drittelende plötzlich die spielbestimmende Mannschaft. Die Eisbären konnten zwar mit viel Glück durch Buchwieser (19.) ausgleichen, doch die Grizzlys blieben in Fahrt. Wenige Sekunden vor der ersten Pause markierte Robbie Bina das 1:2 und schickte sein Team somit gut gelaunt in die Kabine. Und der Optimismus der Männer in orange sollte noch einen zusätzlichen Grund bekommen: Erneut Mulock (24.) war es, der den Wolfsburgern sogar das 1:3 bescherte. Doch bei aller Freude - der kleine Kader schien nun langsam seinen Tribut zu fordern. Fiel der Anschlusstreffer (28.) der Gastgeber noch im Powerplay, so offenbarte sich spätestens im Nachgang ein Energiedefizit bei den Grizzlys. Fast schon spielerisch leicht konnten die Eisbären durch Buchwieser (30.) und Noebels (36.) ihre erste Führung in dieser abwechslungsreichen Partie erzielen. Als dann im Schlussabschnitt das 5:3 durch Aubry (50.) fiel schienen die immer langsamer agierenden Gäste komplett ausgeknockt. In einem letzten Akt der Verzweiflung wollte Wolfsburgs scheidender Coach Pavel Gross schon früh (57.) den Goalie für einen sechsten Feldspieler ziehen...und ließ ihn erstmal drin. Denn dann wurde es richtig wild! Die Grizzlys zeigten ihrem langjährigen Trainer noch einmal eindrucksvoll, was sie gemeinsam im Laufe der Jahre zum Markenzeichen der Organisation gemacht haben: Unbändiger Wille und eine Arbeitsmoral, die ihresgleichen sucht! Innerhalb von 18 Sekunden stellten die wie um ihr Leben kämpfenden Wolfsburger durch Foucault (57.) und Riefers (58.) den Ausgleich her, versetzten damit die bereits den Halbfinaleinzug feiernde Arena in absolute Schockstarre. Selbst, als eine Minute später das schier Unfassbare geschah und die Eisbären durch Noebels (59.) erneut den Sieg fest in den Händen zu halten schienen, gaben sich die Männer von der Aller nicht geschlagen. Ganze 14 Sekunden währte der Freudentaumel der Heimfans, dann schlug der überragende Kris Foucault ein zweites Mal zu - Ausgleich zum 6:6!
Die Achterbahnfahrt ging also in die Verlängerung - mit dem besseren Ende für die Gastgeber, die dominanter und frischer aus der Kabine gekommen waren. Nach etwas mehr als zwei Minuten entschieden die Eisbären durch Burkarts Treffer zum 7:6 Endstand Spiel und Serie für sich und warten nun auf ihren Halbfinalgegner.
Bei den Grizzlys wich die Enttäuschung über das Aus und die so bizarr von Verletzungen geprägte Saison nur langsam dem Stolz über das, was man nicht nur in diesem Spiel mit einem stark dezimierten Kader vollbracht hatte.
Neben der schier überragenden Torhüterleistung beeindruckten auf Wolfsburger Seite fast alle (mehr oder weniger) einsatzfähigen Akteure in den letzten Wochen mit unglaublicher Hingabe. Allen voran Akteure wie Kris Foucault, der seit seinem Comeback unter deutlich sichtbaren Schmerzen trotzdem einfach alles in die Waagschale warf und sogar noch zum echten Faktor im Viertelfinale wurde.
Bleibt neben dem Stolz und der Freude über eine derart charakterstarke Mannschaft nur der etwas wehmütige Blick zurück auf eine lange Zeit der Stabilität in Wolfsburg. 10 Jahre Play-offs: Das ist neben der hervorragenden Arbeit unseres Managers vor allem auch ein Verdienst unseres nun nach Mannheim wechselnden Trainers!

Wir sagen: 

Danke, Pavel! Für eine geile Zeit und für all Deine Arbeit und Leidenschaft, die Du unserem Lieblingsclub gegeben hast.
Wir wünschen Dir und Deiner Familie auch weiterhin alles Gute, Gesundheit und viel Erfolg
...und natürlich viele Niederlagen gegen Dein ehemaliges Team.
Mach es gut, man sieht sich!

0:1 Mulock (Foucault - Dehner) 11.Min PP 5-4 
1:1 Buchwieser (Fischbuch - Jahnke) 19.Min 
1:2 Bina (Aubin - Furchner) 20.Min
1:3 Mulock (Höhenleitner) 24.Min
2:3 Petersen (Dupont - Hördler) 28.Min PP 5-4
3:3 Buchwieser (Müller - Backman) 30.Min
4:3 Noebels (Richmond - Aubry) 36.Min
5:3 Aubry (Baxmann) 50.Min
5:4 Foucault (Mulock - Höhenleitner) 57.Min
5:5 Riefers (Karachun - Allen) 58.Min
6:5 Noebels (Müller - Aubry) 59.Min
6:6 Foucault (Furchner) 59.Min
7:6 Burkarts (MacQueen - Wissmann) 63.Min

Was der eine oder andere schon befürchtet hat, ist nun traurige Gewissheit: Nach einer erneuten schweren Gehirnerschütterung muss unser Kapitän Tyler Haskins mit nur 31 Jahren auf Anraten seines Arztes seine Karriere beenden.
Ende August 2010 trat er erstmals in Wolfsburg aufs Eis, erst einmal in einem TryOut gegen Dean Strong, der zu dem Zeitpunkt bereits einige Zeit in Wolfsburg vorspielte. Tyler setzte sich, zur Überraschung vieler, gegen den robuster wirkenden Strong durch und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer Führungsperson auf und abseits des Eises. 305 Punkte in über 400 DEL-Spielen sprechen eine deutliche Sprache, wer hätte damals von dem eher schmächtigen Haskins gedacht dass er sich in den folgenden Jahren zu einem derart wichtigen Spieler entwickelt? Seiner Frau Elisabeth war es mit zu verdanken, dass sich in Wolfsburg ein besonderes familiäres Umfeld entwickelte, das seinesgleichen suchte und vielen Neuzugängen im Laufe der Jahre die Eingewöhnung erleichterte. Nicht nur sportlich, auch im zwischenmenschlichen Bereich wird der Weggang der Familie Haskins eine große Lücke hinterlassen.

Danke für alles.

Trotz des Ausfalls von vier etatmäßigen Centern boten die Grizzlys ihren treuen Fans einen mehr als sehenswerten vierten Play-off Auftritt gegen Berlin. Dass es am Ende nicht zum zweiten Sieg vor heimischer Kulisse reichte, lag sicherlich in erster Linie an den wenig bis überhaupt nicht eingespielten Reihen. Rückkehrer Bina, seines Zeichens Verteidiger, musste ab Mitte der Partie sogar fest in den Sturm der Grizzlys wechseln, da sich mit Stephen Dixon auch noch der letzte verbliebene Center im Kader in die Kabine verabschiedet hatte. Die frühe Führung der Gäste (4.) hatten die Hausherren dabei durchaus gut verdaut und ihrerseits durch Höhenleitners Powerplaytor (16.) ausgleichen können. Als fast direkt im Anschluss an die zweite Berliner Führung durch Andre Rankel (27.) Wolfsburg seinen letzten Center nach einer Spieldauerstrafe in Richtung Dusche verabschiedete, sah wohl so mancher schon die Vorentscheidung kommen. Doch weit gefehlt! Aufopferungsvoll verteidigten die verbliebenen 15 Feldspieler (Ankert diente weiterhin nur zum Strafenabsitzen) den knappen Rückstand über die vollen fünf Minuten. Davon durften die Gäste sogar zwei volle Minuten in doppelter Überzahl agieren - doch ohne Erfolg! Unter Standing Ovations der über 4000 Grizzlyfans machten sich die Wolfsburger Cracks daran, das Spiel doch noch zu drehen. Sie sollten noch reichlich Gelegenheit dazu bekommen, konnten aber die vier Überzahlspiele bis zum Ende der Partie allesamt nicht nutzen. Spätestens im Schlussabschnitt zollten die Grizzlys dabei ihrer kurzen Bank und der Abwesenheit sämtlicher Überzahl-Lenker (und Powerplay-Knipser Fauser) Tribut.
Aubrys Schuss ins leere Tor machte in der Schlussminute dann die letzte Hoffnung auf den gerechten Lohn bei den Gastgebern zunichte.
Beim Stand von 1:3 in der Serie geht es am Freitag nun wieder in der Hauptstadt zur Sache. Wie viele Spieler die Wolfsburger dann aufbieten können, bleibt - wie gewohnt - bis kurz vor Beginn ein Rätsel.

0:1 Bukarts (Richmond - Dupont) 4.Min 
1:1 Höhenleitner (Weiß - Dehner) 16.Min PP 5-4
1:2 Rankel (Dupont) 27.Min
1:3 Aubry (Noebels - Rankel) 60.Min

Zum Spielbericht geht es HIER

Bilder vom Spiel gibt es HIER
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